Mikroplastik – auch ein Problem der Landwirtschaft?

Freitag, 25. Oktober 2019, 12.15-13 Uhr
Aula Kantonsschule Musegg Luzern

Das Vorkommen von Plastik in den Weltmeeren ist seit vielen Jahren bekannt. Im Vergleich zu marinen Systemen sind Böden bezüglich der darin vorkommenden Mengen an Plastik und möglicher Effekte weit weniger gut untersucht. Eine Anreicherung von Kunststoff ist insbesondere in landwirtschaftlichen Böden möglich, da Plastik in diese sowohl indirekt - über das Ausbringen von Kompost und Klärschlamm - als auch direkt - über das Verwenden von Polymeren in der Landwirtschaft - eingetragen werden können. Eine vielversprechende Strategie, dem Anreichern von Plastik aus der Landwirtschaft in Böden entgegen zu wirken, ist das Verwenden bioabbaubarer statt nicht abbaubarer Polymere.  
Der Vortrag gliedert sich in zwei Teile: Der erste wird einen Überblick zum jetzigen Wissensstand über das Vorkommen und Verhalten von nicht abbaubaren Kunststoffen in Böden geben. Im Fokus des zweiten Teils stehen Herstellung, Verwendung und Zersetzung von bioabbaubaren Polymeren. 

 

Dr. Michael Sander  

Michael Sander studierte zunächst Geoökologie (=Umweltsystemwissenschaften) an der Universität Bayreuth in Deutschland. Im Anschluss verbrachte er 4½ Jahre in den USA und promovierte dort an der Yale Universität im Bereich Umweltingenieurwissenschaften. Seit 2005 ist Michael Sander Mitarbeiter an der ETH Zürich im Bereich der Umweltchemie. Zu den Forschungsschwerpunkten der Gruppe von Michael Sander zählen Verhalten und Aktivität von synthetischen und biologischen Makromolekülen in der Umwelt. Dazu gehören neben Proteinen, Viren und genetischem Material auch die im Referat thematisierten Polymere.

Dr. Michael Sander