Soll dem Klimawandel mit Geoengineering begegnet werden?

Dienstag, 3. September 2019, 12.15-13 Uhr
Aula Kantonsschule Musegg Luzern

Am Pariser Abkommen vom November 2017 wurde festgelegt, dass die globale Erwärmung möglichst unter 1.5 ºC und unbedingt unter 2 ºC gegenüber von vorindustriellen Bedingungen gehalten werden soll. Der IPCC Sonderbericht zum 1.5 ºC Ziel geht in seinen Szenarien von negativen Emissionen aus, d.h. dass mehr CO2 aus der Atmosphäre entfernt als in sie emittiert wird. Die Massnahmen, die sich mit dem Entfernen von CO2 aus der Atmosphäre beschäftigen, werden unter «carbon dioxide removal (CDR)» zusammengefasst. Zusätzlich zu diesen eher langfristigen Massnahmen könnte eine temporäre Abkühlung durch Änderungen in der Strahlungsbilanz hervorgerufen werden, um die Spitze der Erwärmung zu vermeiden. Dieses sogenannte «solare Strahlungsmanagement» basiert zum Teil auf natürlichen Analogien, wie z.B. der globalen Abkühlung nach starken Vulkanausbrüchen. Wie effizient diese verschiedenen Massnahmen sind und welche Risiken und Nebenwirkungen sie mit sich bringen, wird im Vortrag erläutert. 

 

Prof. Dr. Ulrike Lohmann  

Die diplomierte Meteorologin promovierte 1996 am Max-Planck-Institut für Meteorologie zum Thema «Darstellung von Wolken in Klimamodellen». Über einen 8-jährigen Aufenthalt in Kanada kam sie 2004 an die ETH Zürich, wo sie seither im Labor, in Feldexperimenten und in der Modellierung zu verschiedenen Aspekten der Wolken im vergangenen, heutigen und künftigen Klima forscht und lehrt. 2018 erhielt sie den Ehrendoktortitel der Stockholm Universität. Seit 2018 ist sie zudem als Forschungsrätin beim Schweizer Nationalfonds tätig.

Prof. Dr. Ulrike Lohmann